Sonntag, 5. Oktober 2014

Dublin - wahrscheinlich die freundlichste Stadt Europas

Dublin, die Hauptstadt von Irland, war unser diesjähriges Städteziel, das wir traditionell als sogenannte "Weiberroas" jedes Jahr ansteuern. Angeregt durch unsere Reise nach Schottland 2013 und begeistert von Edinburgh musste es wieder in diese Gegend Europas gehen ....


Gespräche
Ausgerüstet mit vielen guten Tipps von Freunden und aus Reisebüchern, starteten wir von der O'Connell-Street mit dem Taxi Richtung Unterkunft in Portobello.Und hier wurde es schon augenscheinlich... die Iren sind außergewöhnlich gesprächig und freundlich.

Unser Taxifahrer wurde auch umgehend zum Tourguide und wies uns - wenn auch in einem etwas schwer verständlichen, irischen Slang - in die Bar- und Ausgeh-Szene ein. Zwar sei Temple-Bar (das bekannte Ausgeh-Viertel) sehenswert, aber rel. teuer und die Iren wären eher an der Camden Street Lower unterwegs. Im Cassidy's oder im Flannery's :-). Und auch beim Besuchen dieser und anderer Lokale stellten wir erfreut fest, die Iren sind sehr gesprächig und offen. Steht man mit einem Stadtplan an der Ecke, so kann man sicher sein, man wird gefragt, ob man sich verlaufen habe. Sitzt man im Pub, wird man gefragt woher man denn komme und gleich beginnt eine nette Plauderei. Kein einziges Mal hatten wir eine unfreundliche Bedienung in einem Lokal und auch die Tourist Infomationen waren super-nett.

Wohnen
Mit etwas Hilfe unserer Stadtpläne erreichten wir das Doheny House und eine äußerst nette Dame empfing uns in unserem Zuhause für 4 Nächte. Das Zimmer gleich neben dem Eingang eng, aber gemülich, einfach aber ausreichend, sehr sauber, wenn auch schon in die Jahre gekommen.
Es besticht auf jeden Fall die Lage, gleich neben der Bushaltestelle und hier gleich die nächste unheimlich nette Begegnung mit einer Dublineri
n, die uns unter ihre Fittiche nimmt und uns in die Bus-Welt einführt.

Kulinarik
Erst mal angekommen an der South Grt. George Street, fallen wir in einen äußerst empfehlenswerten Burger-Laden: Jo Burgers. Man kann sowohl Brot, Fleisch bzw. sonstige Einlagen und Saucen auswählen, die Burger waren nicht nur sehr lecker, sondern auch interessant.
In Dublin sollte niemand verhungern würde man meinen. Pubs, Bars, Restaurants, Schnellimbiss u.v.m. an jeder Straßenecke. Die süßen Köstlichkeien lachen aus den Auslagen der unheimlich einladenden  Cafès mit Charme und Stil und machen es schwer daran vorbeizugehen. Internationale oder landestypische Küche, was das Herz begehrt steht einem bereit.
Unser Tipp: Queen of Tarts, ein äußerst nettes Café gleich bei um die Ecke in Temple Bar.

Event
We were lucky.... die Culture Night sollte genau während unseres Aufenthaltes in Dublin stattfinden. Mitte September, Freitag)
Sie erstreckt sich über die ganze Stadt, über Museen, Kirchen und alle anderen Kultureinrichtungen. Bei freiem Eintritt kann man Events in den Häuser, ja sogar vor den Häusern erleben. Konzerte, Führungen, Performances.
Eine tolle Sache ... leider hatten wir das Pech, dass es an diesem Abend furchtbar regnete. Unser Aktionsradius schränke sich daher etwas ein. Nur das National Leprechaun Museum ließen wir uns nicht entgehen. Die Performance war kurz, aber eindrucksvoll ;-) - wenn auch etwas morbid!


 
Sightseeing
Die Innenstadt von Dublin ist recht überschaubar, und kann gut und gerne zu Fuß abgegangen werden. Wir schwören auf die Reisebegleiter von Michael Müller und haben die Tour durch das georgianische Dublin als sehr interessant erlebt. Die Architektur der meisten historischen Häuser stammt aus der Periode von ca. 1720 bis 1840, zur Zeit der 4 Monarchen namens Georg. Die Gebäude sind heute denkmalgeschützt und machen das typische Bild der Innenstadt aus.
Das Tinity College dominiert die Innenstadt ebenso. Dublin erschient uns eine Studenten-Stadt zu sein. Lebending, kulturell aktiv und immer hell wach. Das College wurde vor seiner Gründung 1592 als Augustiner-Kloster genutzt. Heute ist die Hauptattraktion die 1732 gebaute Alte Bibliothek, in der neben 200.000 alten Texten das berühmte Book of Kells, aber auch die älteste Harfe Irlands aufbewahrt werden. Leider stehen die Besucher dafür Schlange und wer es aus der nähe sehen möchte braucht Zeit und Geduld.
Wir statteten anstelle dessen der Irischen Nationalbibliothek einen Besuch ab. Eintritt frei, das Gebäude sehr schön und auch Ausstellungen im Foyer sind kostenlos begehbar.

Trotz allem ist das Ticket für den hopon-hopoff-Bus seine  € 18,- wert, möchte man auch den Phoenix-Park, das Guinness Storehouse oder die Jameson Distillery in die Tour einbeziehen. Die bekannten roten Doppeldeckerbusse haben teilweise eine persönliche Betreuung an Bord, Tourguides, die Geschichten und Interessantes in Englisch erzählen.

 
Hat man Glück wie wir, dann erwischt man sogar einen Guide der SINGT!
Für alle, die sich mit dem Englischen schwerer tun, gibt es auch multilinguale Touren, mit Kopfhörern und Steckdosen.
Ein interessantes Detail: Der englische Name Dublin stammt vom irischen Duibhlinn, was  „Schwarzer Teich“. bedeutet. Der irische Name ist Baile Átha Cliath, was „Stadt an der Hürdenfurt“ heißt.




Dublin die Stadt der Schriftsteller und Musiker. Wer sich speziell auf den Weg machen möchte, um Oscar Wilde, Samuel Beckett, James Joyce, oder Bram Stoker, findet auch spezielle Touren und stößt auch immer wieder auf die Geschichten und Orte, die mit den Persönlichkeiten verbunden sind.


Oscar Wilde begegnete uns besonders oft, z.B. am Merrion Square bei seinem Denkmal in einer sehr aussagekräftigen Statue. :-) Umringt von Zitaten des Schriftstellers, die amüsant und hintergründig sind. Meine Favorites: 
"I drink to keep body and soul apart."
" It seems we all look at nature to much and live with her too little" "When people agree with me, I always feel I must be wrong." und
"Life is not complex. We are complex. Life is simple and the simple thing is the right thong." Und dieser Satz charakterisiert ihn wahrscheinlich sehr gut: "I have nothing to declare, but my genius." ;-)

Ganz zu schweigen von U2. Im Little Museum Dublin wurde sogar ein ganzer Raum zu U2 eingerichtet! Das besondere an diesem Museum, es gibt eine Führung, die genau in 29 min die Geschichte Dublins erzählt und durch das Haus führt - aber Achtung, Öffnungszeiten beachten!




Temple Bar ... so erfährt man schnell ist nicht nur ein Pub, sondern auch ein ganzer Stadtteil. Das Bar-Restaurant und Ausgeh- und Kulturviertel von Dublin, in dessen Mitte sich die Temple-Bar befindet! Temple Bar hat seinen Namen vermutlich von der Familie Temple, die in dieser Gegend im 17. Jahrhundert lebte. Sir William Temple, Dekan des Dubliner  Trinity College im Jahre 1609, bewohnte hier sein Haus mit Garten. (siehe Wikipedia)
Ein Bummel durch Tempel Bar (irisch Barra an Teampaill) ist von Musik begleitet, und von vielen Dublin-Besuchern. Abends geht es hier rund.

Auf die nördliche Seite des River Liffey kommt man z.B. über die Half Penny Bridge. Sie erhielt ihren Namen durch eine früher eingehobene Fußgänger-Maut.
Ob Molly Malone früher auch hier den River Liffey passierte?
Molly Malone, die inoffizielle Hymne von Dublin ... eine Ballade, die die Geschichte einer schönen Dubliner Fischhändlerin, die in jungen Jahren an nicht näher bestimmtem Fieber stirbt, erzählt. Hier zum Hineinhören: The Dubliners - Molly Malone






Fingal - Howth
Wer das Umland von Dublin sehen möchte, dem können wir Howth empfehlen. Eine kleine Halbinsel, die sich für einen Tagesausflug bestens anbietet.
In 30 min ist man mit dem DART-Zug von der O'Connell Station in dem kleinen Fischerdorf. Bei einer Klippenwanderung bekommt man einen richtigen Vorgeschmack auf die wunderschöne Landschaft Irlands und somit auch Gusto sich das Land näher anzusehen, also wiederzukommen. Wir erwischten einen schönen Tag, wenn auch etwas nebelig, und wollten auch auf die vorgelagerte Insel hinausfahren, auf der es angeblich die berühmten Papageientaucher zu sehen sind. Leider aber gehen die Boote zu dieser Jahreszeit nur am Wochenende. Im malerischen Fischerhafen mit einer schönen Marina genossen wir die typischen Fish&Chips, und frönten unserer Fotografie-Leidenschaft.



Nützliche Linktipps:
Anreise von München: AER LINGUS 
Achtung, wie bei Ryanair muss das Gepäck extra gebucht werden.

Öffis in Dublin: Leap Card Dublin
Die Leap-Card ermöglicht die Fahrt auf den öffentlichen Verkehrsmitteln wie eine Art Kilometer-Bank. Jedes Mal beim Einsteigen sagt man dem Fahrer, wo man hin will, der bucht dann den fälligen Betrag (etwas günstiger, wie Einzelfahrscheine) ab. Einziges Manko, die Karte kostet € 5,-- Einsatz, den man leider als ausländischer Gast nicht mehr zurückholen kann. Allerdings kann man bis zu € 5,-- die Karte überziehen sozusagen. Hat man also vor Abreise noch € 1,-- auf der Karte, kann man mit dem Flughafenbuch (kostet € 6,--) noch bis zum Flughafen fahren.
Erhältlich ist die Leap Card am Flughafen beim SPAR-Markt. Aufbuchungen (mindestens € 5,--) können gleich dort erfolgen, bzw. bei den Bahnhöfen/Straßenbahnhaltestellen in den vorgesehenen Automaten.

Mit dem Airlink-Flughafen Bus ist man in ca. 30 min im Zentrum von Dublin, ihn kann man mit der Leap-Card bezahlen, oder aber extra: Hin- und Rückfahrt € 10,--, einfache Fahrt € 6,-- 

Sightseeing-Tour-Bus: Hop-on-Hop-off-Bustour
Was uns an der Bust-Tour bestochen hat, sind die verschiedenen Touren, und eine davon ist eine Night-City-Tour, die man in ca. 1 Stunde abfährt, hier kann man allerdings nicht aus- und einsteigen! Sie führt in die sogenannten Dock-Lands und zu einigen interessanten Gebäuden, wie der Samuel Beckett Brücke oder dem Convention-Center, die des Nachts recht schön beleuchtet sind.



Unterbringung über airbnb: Doheny House  
Zugfahrt nach Howth mit dem DART (kann man ebenso mit der Leap-Card bezahlen, am Automaten am Bahnhof)
Fingal Dublin Region: www.fingaldublin.ie und Howth


Sehenswürdigkeiten:
Guinness Storehouse (R)
Little Museum Dublin
National Leprechaun Museum
Tinity College Dublin 
Jameson Irish Whiskey 

Fotos aus Dublin 

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